Posts mit dem Label PolenVorOrt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label PolenVorOrt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 26. Mai 2015

Vom politischen Unbekannten zum polnischen Präsidenten in 5 Monaten: Andrzej Duda

Vor der Wahl: Warschau, Altstadt Marktplatz
 Das zweite Mal zu Gast auf dem Sofa: Vanessa Pudlo

Er hat es tatsächlich geschafft: der national-konservative Andrzej Duda ist neuer polnischer Präsident - wahrlich eine kleine Sensation für Jemanden, der noch im Januar ein völlig Unbekannter auf dem polnischen politischen Parkett war. Dudas Erfolgsrezept? Er hat sich unters Volk gemischt und sich tatsächlich auf das Neuland namens Internet gewagt!

Sonntag, 20:30: Während ganz Polen gespannt auf die ersten Hochrechnungen wartet, melden die polnischen Medien, dass die sogenannte Wahlruhe wegen eines Todesfalls in einem Wahllokal um 90 Minuten verlängert werde, die Ergebnisse seien erst um 22:30 zu erwarten. Die Chefs der Wahlbüros von Duda und Komorowski wissen aber bereits zu diesem Zeitpunkt, dass es schlecht für ihn aussieht: Bronislaw Komorowski. Entsprechend locker ist die Stimmung unter den Duda Anhängern, sie feiern ihren neuen Star am PiS-Himmel.

Dienstag, 12. Mai 2015

Polens politisches Präsidentenerdbeben



Warschau am Gedenktag an den Kaczynski Absturz, Andrzej Duda mittendrin

Zu Gast auf dem Sofa: Vanessa Pudlo

Erst Cameron, jetzt Duda: nach dem überraschenden Sieg der Conservatives bei den Unterhauswahlen in Großbritannien am vergangenen Donnerstag wurde nun auch Polen eine unerwartete politische Wende beschert. Andrzej Duda, Kandidat für den Posten des polnischen Staatspräsidenten der rechtskonservativen Partei PiS, gewann mit 34,8% der Wählerstimmen die erste Runde der gestern in Polen abgehaltenen Präsidentschaftswahlen. 
Das Ergebnis gleicht einer kleinen Sensation, wurde doch zu Beginn des Jahres ein langweiliger, weil glasklarer Ausgang der Wahlen prophezeit, denn wer sollte Bronislaw Komorowski, amtierender Präsident und Kandidat der liberal-konservativen Regierungspartei PO, schon ernsthaft gefährlich werden können?

Mittwoch, 11. März 2015

Fremdsprechen - die verflixte 40

www.pixabay.com
Je länger man in einem "fremden" Land lebt, bzw. in einem Land, dessen Amtssprache(n) man nicht gut beherrscht, desto öfter entstehen regelrechte Sprachbarrieren. In Polen reicht Englisch grundsätzlich aus, um im Alltag gut zurecht zu kommen. Besonders in Städten wie Krakau oder Warschau sprechen viele Menschen Englisch, auch wenn sie stets bescheiden hinzufügen "a little".
Sobald es jedoch um so lästige Dinge wie die Aufladung einer polnischen Prepaid Karte fürs Handy geht, kann die Kommunikation schon mal an der Zahl "40" scheitern. Ich kenne das polnische Wort nicht und die Kassiererin im kleinen Supermarkt um die Ecke kann mit dem englischen Wort nichts anfangen. Was jetzt?? Das Wörterbuch liegt natürlich zu Hause, wenn es denn existiert. Ein junger Mann bemüht sich schließlich die Situation zu retten und spielt den Übersetzer. Dabei geht es nur um die Zahl 40! Beschämt bedanke ich mich bei ihm auf Polnisch und füge auf Englisch hinzu: Ich muss mehr lernen!! Er versteht sofort, was ich mit der Andeutung meine und schüttelt entschieden den Kopf: No, no, no!! WE have to learn more.

Sonntag, 8. März 2015

Eine Blume für Jede- Women's Day in Krakau

Foto S.F.
An einem sonnigen Sonntag führen Männer ihre Frauen am Flussufer und die Burg hinauf spazieren, Polinnen, eine eleganter und sorgfältiger gekleidet als die andere. Die Farbe der Schuhe passend zur Jacke. Natürlich. Der Saum des Rockes passt optisch zur Handtasche. Die Farbe der Blume harmoniert mit der Farbe des Kleides. Die Absätze sind dünn und hoch. Das Kopfsteinpflaster stört überhaupt nicht! Der Gang ist weich und fließend. Es ist ein großes Schaulaufen ohne Laufsteg. Warum tragen eigentlich alle stolz eine Blume bei sich, fragt sich da ein ahnungsloser Besucher.
Am 8. März wird weltweit der Women's Day gefeiert, ein Spaziergang durch die Krakauer Altstadt erinnert auch den Letzten daran. Für die Kurzentschlossenen stehen zahlreiche Blumenstände bereit.

Wütende Prosteste gegen die Unterdrückung der Frau sucht man im Krakauer Stadtzentrum an diesem Tag vergebens, keine Plakate für equal pay versperren den Weg. Demos finden zum Beispiel in Warschau statt. In Krakau feiert man die Frau in der Öffentlichkeit still und andächtig und genießt ihre Schönheit.

Donnerstag, 5. März 2015

Sprachverwirrung

www.pixabay.com
Wenn man die polnische Sprache nicht ganz beherrscht und an jeder Ecke die Polizei lauert, kann der Blick in den Briefkasten regelrecht Schweißausbrüche auslösen. Ein kleiner grüner Zettel: Pożyczki! Das sieht nicht nach Werbung aus, das ist so offiziell... Eine Telefonnummer... und ein Geldbetrag. Darunter mit Ausrufezeichen Zadzwon. Eine Zahlungsaufforderung?! Oh nein, nicht schon wieder die Polizei, bitte keine Strafe zahlen. Das geht in Polen sehr schnell und unbürokratisch, normalerweise ohne Zettel. Nachbarn können sehr lärmempfindlich sein, besondern, wenn sie kahlrasierte Köpfe haben, Ausländer hassen und zur Hooligan-Szene gehören. Da ist alles möglich.


Nachdem man zitternd das Wort Pożyczki ins web-Wörterbuch getippt hat, kommt dann die Entwarnung: Es heißt Darlehen. Einfach nur Darlehen!
Das ist wie ein Weckruf, mehr Polnisch zu lernen.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Viva Polonia-Reise ins Nachbarland

www.pixabay.com
Tag 1 - PolenVorOrt

Ich schrecke hoch. Der Straße nach zu urteilen bin ich in Polen! Alle im Bus werden kräftig durchgeschüttelt. Kann dieses moderne Fahrzeug eigentlich auseinander brechen? Oder umkippen? Berlin liegt hinter mir, rechts und links von der Straße sind nur noch hohe Bäume zu sehen. Sonst: Nichts. Dann rammt der Bus fast einen LKW. Vielleicht hätte ich doch lieber fliegen sollen?! Anyway, ich konzentriere mich auf das vertraute DB Zeichen, das überall im Bus zu sehen ist. Solange die Deutsche Bahn bei mir ist, kann ja nix schief gehen.

Plötzlich hört das Rattern und Ruckeln auf. Durchatmen. Bis Krakau kommen dann nur noch ungaublich glatte, gut ausgebaute Straßen. Die Polen können also doch bauen! Erstes Vorurteil kann ich streichen. Bei meiner Abreise in Deutschland warnten mich verschiedene Bekannte, dass alle Straßen in Polen so unglaublich schlecht ausgebaut seien. Dabei vergessen diese Leute wohl unsere maroden Brücken.

Das Erste, was ich von Krakau sehe, sind IKEA und H&M, es sind riesige Schilder direkt am Straßenrand. Viva Polonia. Ich steige aus dem Bus und der Busfahrer, ein Deutscher, warnt mich: "Passen Sie auf sich auf!" Oh, das kann ich nicht mehr hören, zu oft wurde ich vor meiner Abreise gewarnt. Aber es können doch nicht alle Polen Diebe und Gauner sein?
Es wird Zeit, das herauszufinden. Und noch vieles vieles mehr!
Mutig entferne ich mich vom Bus, schließlich habe ich Schutzengel-Tee dabei.