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Freitag, 20. September 2019

Green Parking Day und der Blumenkübel

© SF
Heute ist Green Parking Day. Passenderweise am Tag der weltweiten Klimastreiks. Oder umgekehrt. 

70.000 Klimastreiker*innen in Köln! Toll war's. Aber Klimaschutz im Großen und Kleinen ist eine Herausforderung. Spätestens beim geliebten Auto werden immer noch viele Leute schnell aggressiv. Vor allem wenn man ihnen die Parkplätze "weg nehmen" mochte. Da heißt es dann "Zieh doch aufs Land, wenn dich Parkplätze stören!" Erstens, da gibt's auch Parkplätze und zweitens, ich will aber, dass die Stadt lebenswerter wird! Das ist kein Luxusthema, es geht um unsere physischen und seelische Gesundheit, für manche auch ums Überleben. Aber klar, dass Auto geht immer vor.

Zurück zum Green Parking Day - ein Tag, an dem es darum geht, wie lebenswert Köln wäre, wenn es weniger oder keine Parkplätze gäbe. Meine Straße wäre dann definitiv lebenswerter! In meiner Straße gibt es kein Grün, gar kein Grün. Jedenfalls nicht auf dem Abschnitt, wo ich wohne. Häuserreihen, Beton, und ganz viele Parkplätze am Straßenrand. 

Ach doch, etwas Grünes gibt es! Ein Blumenkübel vor meiner Haustür. Ein Nachbar fragte mich letztens verwundert, als er mich davor mit einer Gießkanne sah: "Ach bist du für die Blumen auch verantwortlich?" Meine Antwort: "Ja klar, ich habe sie doch selber dahin gestellt." Erstaunter Blick. "Achso." Er dachte diese Pflanze sei eine Last, eine Pflichtaufgabe für mich. Er erfuhr aber dann, dass mich diese Pflanze jeden Tag aufs Neue erfreut. Echt jetzt, kein Scherz. Die Autos am Straßenrand dagegen erfreuen mich nicht.

Viele Nachbar*innen freuen sich auch über den Pflanzenkübel inmitten der Betonwüste. Und ich freue mich jeden Tag, wenn ich mit dem Rad am Haus anhalte und die Türe aufschließe. Der Blumenkübel versprüht einen Hauch von Lebendigkeit. Autos tun das nicht. Sie versperren Platz.
Oft komme ich aber mit dem Rad kaum zwischen den parkenden Autos durxh. 

Wie schön wäre es, wenn zumindest anstelle von ein paar Parkplätzen Bäume stehen würden! 

Das wäre nicht nur schön, sondern würde auch die heißen Sommertage angenehmer machen. Oft habe ich mich im Sommer über den krassen Temperaturunterschied gewundert, zwischen vor und hinter dem Haus. Hinter dem Haus sorgt ein langes Stück Grünfläche, bestehend aus vielen einzelnen Gärten für Abkühlung und Schatten. Ein Stück Oase. Die Stadtplaner, Architekten oder alle zusammen waren früher schlau! Sie bauten nicht jeden Fleck zu, sondern ließen Luft. Genauer gesagt ließen sie ein Stück Natur zu, auch in der Großstadt. 

Dieser Gartenverbund funktioniert wie eine natürliche Klimaanlage. Dafür muss man nicht Wissenschaftler*in sein. Das habe ich einfach erlebt, als ich später abends im Garten angenehm erfrischt war und dann nach vorne raus auf die Straße trat, wo ich wie gegen eine Hitzewand lief. Eine Hitzewand zwischen all dem Beton und den parkenden Autos. Wie wichtig wären hier ein paar Bäume! Statt der Parkplätze! Das könnte ich jetzt noch funfmal wiederholen.

Bei über 40 Grad, wie ich es diesen Sommer in meinem Stadtviertel erlebt habe, wurde mir umso stärker bewusst, warum Bäume in der Straße fehlen. Klimawandelfolgen-Anpassung ist das fast schon.
Mein Blumenkübel macht vielleicht den Anfang in der Straße, als ein kleines Zeichen auf mikro-lokaler Ebene einer Großstadt. Und er nimmt noch nicht mal einen Parkplatz weg. 

Mich haben sogar vorbei laufende, unbekannte Nachbar*innen darauf angesprochen, wie schön sie den Kübel finden, und wie verwundert sie doch seien, dass er noch keinem Vandalismus zum Opfer gefallen sei. Und er steht tatsächlich schon länger da, bald ein Jahr lang. Und ja, zeitweise wurde er als Mülleimer verwendet. Aber ich habe den Mülleimer eben wieder geleert. Und bin auch mit der Müllzange den Bürgersteig abgegangen, weil so unglaublich viel Müll verstreut wurde. Aber es ist besser geworden. Der Müll lag da auch schon, bevor es den Pflanzenkübel gab.

Der Kübel ist fast eine kleine Attraktion in der Straße. Also jedenfalls fällt er auf und ich werde angesprochen, wenn ich die Blumen darin gieße. Dabei ist er nichts Besonderes! Aber die Leute freuen sich. Wie sehr würden sie sich über eine begrünte Straße freuen? Okay, nur so lange ihnen niemand den Parkplatz wegnimmt. 

Aber wer weiß. Man könnte es doch austesten und gemeinsam Lösungen finden. Wenn nur der Wunsch und Wille erst mal da ist. Das gilt auch für den gesamten Umwelt- und Klimaschutz! Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Un übrigens, wir achutzen nicht "das Klima", sondern uns!!! Unsere Lebensgrundlagen!!! Ist das denn so schwer zu verstehen? Klimaschutz ist Menschenschutz.

Sonntag, 7. April 2019

Rush hours in Köln

© SF
Ein Grund mehr für flexiblere Arbeitszeiten und mobile Arbeitsorte wie das Home Office: die Entlastung von Bahnen, Bussen und Straßen in Köln. Chefs sollten Mitarbeiter*innen die Möglichkeit geben, ab und zu von zu Hause aus arbeiten zu können. Dadurch tun sie sogar Gutes! In sozialer und ökologischer Hinsicht. Also, flexible Arbeitszeiten und flexible Arbeitsorte sollten Teil der neuen CSR- und PR-Strategien für Unternehmen und Institutionen werden. Allein schon für die Außenwirkung! ;) Und natürlich für die Umwelt. Und für die Menschen.

Montag, 3. Dezember 2018

AdventsZEIT: Es ist Zeit, Zeit zu haben!


©SF
Und schon wieder ist der 1. Advent da, die erste Kerze brennt, das Türchen geöffnet oder das Säckchen geöffnet und vielleicht schon Plätzchen gebacken. Alles wie immer? Ja alles wie immer, denn wir haben keine Zeit. Nicht für uns, nicht für andere, wir sind gestresst. Unsere Kommunikation ist gestresst und stresst.

1. Advent, WhatsApp von Lulu an Dudu (Namen erfunden):
"Und wie sieht's aus mit Weihnachtsmarkt? Wenn nicht, is auch nicht schlimm...regnet ja eh :)"

Sonntag, 20. Mai 2018

Anderssein und die Gruppe

Hallo zusammen, nehmt gerne Platz auf meinem Sofa, hört zu, redet und denkt mit :)
Wenn wir uns fragen, warum es in der Welt so viel Streit, Hass und Krieg gibt, warum in der Politik in Deutschland so viele kleine und große Ego-Spiele gespielt werden, dann können wir uns einfach unseren Mikrokosmos auf der Arbeit, in der Familie oder im Freundeskreis anschauen. Die Muster sind überall gleich. Nur haben sie in dem einen Kontext kleine und in dem anderen große Auswirkungen. Warum wird in der Schule oder auf der Arbeit gemobbt? Warum nehmen Eltern ihre Kinder nicht so an, wie sie sind? Warum gibt es Rassismus?

Montag, 6. November 2017

Wer mobil sein soll, muss auch mobil sein können!

© SF
Liebe Politik, liebe Wirtschaft, liebe Arbeitgeber. Wer fordert, dass die Arbeitnehmer flexibel und mobil sein sollen, muss auch dafür sorgen, dass sie es überhaupt können. Wir brauchen Geld und neue Konzepte für unsere Infrastruktur! Ohne wenn und aber. Und zwar sehr bald. Eigentlich ist das nichts Neues, aber man kann es nicht oft genug wiederholen.
Derzeit ist die Fortbewegung in urbanen Ballungsgebieten wie dem Rheinland oder Ruhrgebiet alles andere als leicht! Wenn nicht gar unmöglich. Weder mit dem Auto, noch mit der Bahn kommt man schnell und zuverlässig von A nach B. Für den Fuß- oder Fahrradweg sind die Entfernungen gerade für Pendler oft zu weit. Fahrradfahren ist in Städten wie Köln außerdem gefährlich und ungesund. Es ist kein Vergnügen täglich große Portionen an Abgasen von zahlreichen im Stau stehenden Autos einzuatmen. Luft anhalten? Geht auch nicht auf Dauer.
Wenn ihr den Verkehrskollaps schon nicht aufhalten möchtet, dann sollte es wenigstens eine Regelung geben, dass die alltäglichen Verspätungen, Störungen und Ausfälle nicht den Arbeitnehmern zur Last fallen. Wie wär's damit, dass die verlorene Zeit gut geschrieben wird und nicht zu Überstunden der Arbeitnehmer führt? Aber wie so vieles, das arbeitnehmerfreundlich ist, wird es diese Regelung bestimmt auch nie geben. Der Arbeitnehmer hat im Zweifelsfall immer Pech und muss auch noch die Missbilligung des Arbeitgebers aushalten.
Schöne moderne Arbeitswelt. An vieles kann man sich gewöhnen. Aber an wie viel wollen wir uns gewöhnen?

Freitag, 28. Juli 2017

U-Bahn-Schacht

Schön ist der Morgen, wenn der Himmel so blau ist, dass nur noch das Weiße des U-Bahn-Schildes hervorsticht.

Samstag, 15. Juli 2017

Jeder für sich

Kopfhörer, Smartphone oder Gedanken... ein Moment, in dem jeder in seiner eigenen Welt versunken ist.

Samstag, 24. Juni 2017

Ideale...

Schön ist, wenn man nachts in der U-Bahn in einer Großstadt Gesprächsfetzen lauscht: “Er hat ja seine Ideale, aber...“
Was ABER?! Ideale, JA oder NEIN! Antworten wie beim Heiraten. Da kann man ja auch nicht vielleicht sagen.
Wenn es doch so einfach wäre...

Und täglich grüßt das Pendlerabenteuer

Irgendwas ist immer... Bahnfahren wird im Pendleralltag schnell zum Bahnstehen und Bahnwechseln. Der echte langjährige Pendler ist frusttolerant und gelassen. Jedenfalls tut er so! Tief im Innern ärgert er sich jedesmal. Gründe für Verspätungen und Ausfälle? Ach die gibt es en masse. Eigentlich lohnt es sich nicht darüber den Kopf zu zerbrechen.
Entweder sind die Gleise verstopft, weil alle Züge gleichzeitig in den Bahnhof wollen. Fernzüge haben natürlich Vorrang. Oder ein Baum blockiert nach einem Sturm die Gleise... oder Personen sind im Gleis (nette Formulierung für Selbstmord), Notarzteinsatz, Demonstration, hohes Fahrgastaufkommen,

Dienstag, 29. März 2016

Schreiben! Meditative Ruhe und Schrei der Verzweiflung

SF: Uni Bibliothek

Fast jeder hat schon mal die gut gemeinte Frage gestellt bekommen: Und, wie läuft's, wie kommst du mit deiner Arbeit voran?
Sei es nun eine Fach-, Haus-, Bachelor-, Master-, Diplom-, Magister- oder Doktorarbeit. Und viele kennen das unangenehme Gefühl dabei, wenn man darauf gerade wirklich keine Antwort hat. Die Eine-Million-Euro-Frage bei Günther Jauch ist nichts dagegen.

Kein Grund zur Panik! Dass das alles ganz normal ist, versucht uns Wilhelm Schmid in "Mit sich selbst befreundet sein" (S. 335-336) deutlich zu machen.

Der Lebenskunstphilosoph sagt Folgendes über die Höhen und Tiefen des Schreibens:
  • Ähnlich wie andere Tätigkeiten ist das Schreiben eine Übung der philosophischen Lebenskunst, eine Übung des Geistes, eine Asketik, die in Briefen, Mails, Tagebüchern und in kleinen Texten zur Selbstverständigung vollzogen wird, auch in schriftlichen Arbeiten an Schulen und Hochschulen, die in erster Linie dazu da sind, diese Arbeit an sich selbst zu leisten, auch wenn das nicht immer so vermittelt wird.
  • Es handelt sich um eine Arbeit, die mit Ängsten, Unsicherheiten und Selbstzweifeln verbunden ist, mit einiger Verzweiflung über die tägliche Mühsal der Detailarbeit, die nicht sichtbaren Fortschritte, die wachsenden statt schwindenden Unklarheiten, die Desorientierung und das Misslingen - und ebenso mit einiger Euphorie über den sichtbaren Fortschritt, die endlich erreichte Klarheit, die Orientierung, das Gelingen, keineswegs erst im Ganzen, sonder schon in jedem Detail.
  • Schreiben, das ist die meditative Ruhe und der Schrei der Verzweiflung, der Kampf um jede einzelne Formulierung, jedes Wort, jeden Begriff, um zu prüfen und zu spüren, ob das 'so stehen bleiben kann'.
  • Wie befreit ist demgegenüber das Aufatmen, wie beglückend die Hochstimmung im gegenteiligen Fall: 'O wie schön, wie die Worte fließen' - ein Glück, das so überwältigend sein kann, dass es den Einsatz jeder Mühe lohnt.
  • In jedem Fall ist dies eine Erfahrung fürs Leben: am 'toten Punkt' anzukommen, zutiefst entzweit mit sich und der Welt, und immer wieder darüber hinwegzukommen, zutiefst einverstanden mit aller Welt und sich selbst.
***
Writing is an exercise in philosophical art of living.
Writing means meditative calm and scream of despair.
Writing is depression and euphoria together.
Writing gives wings to learn and grow.
Writing is all about working on oneself.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Der Terror terrorisiert... unsere Nerven

pixabay
Der Gedanken an Karneval in Köln verursacht bei nicht wenigen Bauchschmerzen und Angstzustände. Da fragt man sich, ob der Besuch beim Rosenmontagszug nicht der freiwillige Gang in die Hölle sei. Nicht primär in die Hölle der Karnevalisten, das kommt ein zweiter Stelle. Aber der selbstbestimmte Eintritt in die Hölle der Terroristen. Diese Monster lauern doch nur darauf, endlich das feierwütige und ungläubige Köln auszulöschen. Oder? Die Beruhigungspille, also das Versprechen der Polizei mit jedem Karnevalisten händchenhaltend Fastelovend zu feiern, hilft nicht gegen fiese Schweißausbrüche und die kollektive Schnappatmung, die sich nur beim Gedanken an den Kölner Hauptbahnhof einstellen.

Was ist gefährlicher, Terrorismus oder die Angst vor Terrorismus? Wenn wir als Gesellschaft so weitermachen, dann sterben wir an Herzversagen. Und das noch bevor uns auch nur irgendein Terrorist schräg anschauen kann. Dann haben die Terroristen mit minimalen Kosten einen maximalen Nutzen erreicht. Wie praktisch!

Freitag, 26. Dezember 2014

Heimkehr & Stadtrandlichter

Foto: pixabay.com
Kühlschrank leeren, Sachen zusammen suchen, Geschenke einpacken und dann schnell los. Jedes Jahr vor Heiligabend haben viele im Alter zwischen 18 und 35 nur noch eins im Kopf: Zurück in die Heimat. Coming Home for Christmas! Aber was ist Heimat? Wie fühlt sich Heimkehr an? Für den Sänger Clueso bleibt Heimkehr "ein woher und ein wohin".
Irgendwie glaube ich das auch. Heimat kann da sein, wo ich geboren bin, wo ich zur Schule gegangen bin, wo meine Eltern wohnen. Es ist schön, an Weihnachten "heimzukehren". Alte Freunde treffen, bekannte Wege gehen, alles wiedererkennen... Oder wie Clueso sagt: "Stadtrandlichter, du atmest auf, alles noch so vertraut. Stadtrandlichter, tauchen auf und bringen dich nach Haus."  Dabei wird es warm ums Herz, man lächelt und fühlt sich geborgen. Tief durchatmen. Hach, tut das gut!

Aber das Heimatgefühl kann sich ändern. Es entsteht ein neues. An einem neuen Ort. Das Fremde wird vertraut. Neue Stadt, neue Leute, schöne und traurige Momente, andere Cafés, andere Straßenecken, ein anderes Straßenbahnunternehmen, über das man gemeinsam herziehen kann und ein neues Lied, mit dem man sich zu Hause fühlt. Der Lebensmittelpunkt ändert sich mit den Jahren. Er läuft immer hinterher, es ist unmöglich zu sagen: Warte da drüben auf mich, bald komme ich zurück.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Weihnachten, was war das noch?

Zu Besuch auf dem Sofa am vierten Advent: Anne, Lehramtsstudentin der Theologie.
Nicht nur Rolf Zuckowski beschäftigt sich in seinem Lied mit der Frage, was Weihnachten eigentlich ist. In unserer heutigen Zeit ist Weihnachten das Fest, zu dem der Umsatz noch einmal gehörig steigen soll und es auch brav tut. Jede Woche werden die Prozentsätze verglichen und das Entscheidende scheint zu sein, dass es schon wieder mehr Einnahmen sind als im Vorjahr.

Für mich kommt dabei keine Weihnachtsstimmung auf, denn dieses Fest hat nichts mit Konsum, Hektik und Stress zu tun, auch wenn genau das in der Adventszeit vorzuherrschen scheint. Naht die Adventszeit, so beginnt das Treiben in den Städten und mit der Eröffnung des Weihnachtsmarkts scheint auch Weihnachten fast da zu sein. Spätestens beim fünften Anrempeln wird mir aber klar: DAS bringt mir Weihnachten nicht näher.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Adventserwachen

Ich welchen Augenblicken, in welchen Momenten, in welchen Sekunden hast du eine Gänsehaut und denkst, jetzt weiß ich, warum wir Weihnachten feiern? Adventsstimmung lässt sich nicht kaufen, nicht herbeidekorieren, nicht backen, nicht mit Glühwein schlucken. Sie kommt dann, wenn sie mag und wenn wir überhaupt nicht damit rechnen. Es ist jedes Jahr aufs Neue wie ein Erwachen.
Bei mit kam diese Stimmung heute mitten in einem langweiligen Kaufhaus, in einer kleinen Stadt, die nicht bekannt ist für Atmosphäre, Schönheit und Glanz. In diesem Kaufhaus wurde ein Weihnachtsgottesdienst abgehalten: Mitten im Flur versammelten sich Menschen, sangen gemeinsam, wünschten sich Frieden und hielten einfach mal inne, während hinter ihnen das hektische Treiben weiter ging. An derselben Stelle, wo ich eine Woche früher einsame alte Menschen verwirrt ins Leere starren sah, begegneten mir heute nur glänzende Augen. Die Veranstalter setzten mit ihrer ungewöhnlichen Aktion ein Zeichen gegen das Weihnachten des Konsums und für ein Weihnachten des Miteinanders.
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Foto: www.pixabay.com

Freitag, 17. Oktober 2014

So siehst du aber nicht aus!

Wenn Studierende der Politikwissenschaften gefragt werden, was sie denn studieren und sie antworten "Politik", verschlägt es dem Gegenüber für einen Moment die Sprache und er bekommt ganz große Augen. Die angehende Politikwissenschaftlerin oder der Politikwissenschaftler ist an die Frage gewöhnt, was man denn damit machen könne. Was er oder sie jedoch nicht kennt, ist die simple Feststellung des Gegenübers "Ach wirklich, hmm..." (erschrockener Blick), dann: "So siehst du aber nicht aus." (freundliches Lächeln).
Wie bitte? Wie soll man denn aussehen, wenn man Politik studiert? Die beste Reaktion ist wohl, diese Bemerkung als Kompliment aufzufassen. Nach dem Motto: Politiker sind scheiße, du bist es aber (noch) nicht.
Welchen Aufschluss ein Small Talk doch über das Image von Politikern geben kann...

Mittwoch, 3. September 2014

Hamsterrad der sozialen Anerkennung

Da, wo für neue Generationen vieles wegfällt, wie der feste Glaube an eine Religion, die Orientierung an übergeordneten Werten oder die Herausforderung einen Krieg zu überleben, beschäftigen sich Menschen stärker mit sich selbst. Es dominiert der jede Beziehung beherrschende Wunsch, akzeptiert und sogar bewundert zu werden. Der Drang nach sozialer Anerkennung ist der Grund für jedes Streben nach Geld, Reichtum und Karriere. Grundsätzlich ist das nicht verwerflich. Aber macht es auch glücklich??