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Donnerstag, 2. November 2017

Klimaschutz ist Küstenschutz ist Urlaubsparadies-Schutz!

Katja Just erzählt in ihrem Buch “Barfuß auf dem Sommerdeich“ sehr einfühlsam und offen über ihr Leben auf der Hallig Hooge mitten im nordfriesischen Wattenmeer. Ich selbst bin bereits auf dieser Hallig und drei weiteren gewesen und kenne auch die nahegelegene Insel Pellworm sehr gut. Auf Pellworm erlebte ich die Kraft der Natur in Form von Sturmfluten und sogar einer “Windrose“, die zu einem Tornado wurde.
Diese Stelle im Buch von Katja Just stimmt mich daher besonders nachdenklich:
“Bei seinem dreitägigen Stelldichein fegte 'Xaver' mit bis zu 230 Stundenkilometern über das Halligland und fand auch das ein oder andere, das er mitreißen konnte, aber diese Schäden sind nicht mit denen der Sturmflut von 1962 zu vergleichen. Dem Himmel sei Dank! Solche Orkane und Sturmfluten gehören auf der Hallig nicht zur Tagesordnung. Sie herrschen auch nicht in jeder Herbst- und Winterzeit. Dennoch sind wir Halligleute uns dessen bewusst, dass sie kommen können und auch kommen werden. Die Frage ist nur wann?"

Dienstag, 29. März 2016

Schreiben! Meditative Ruhe und Schrei der Verzweiflung

SF: Uni Bibliothek

Fast jeder hat schon mal die gut gemeinte Frage gestellt bekommen: Und, wie läuft's, wie kommst du mit deiner Arbeit voran?
Sei es nun eine Fach-, Haus-, Bachelor-, Master-, Diplom-, Magister- oder Doktorarbeit. Und viele kennen das unangenehme Gefühl dabei, wenn man darauf gerade wirklich keine Antwort hat. Die Eine-Million-Euro-Frage bei Günther Jauch ist nichts dagegen.

Kein Grund zur Panik! Dass das alles ganz normal ist, versucht uns Wilhelm Schmid in "Mit sich selbst befreundet sein" (S. 335-336) deutlich zu machen.

Der Lebenskunstphilosoph sagt Folgendes über die Höhen und Tiefen des Schreibens:
  • Ähnlich wie andere Tätigkeiten ist das Schreiben eine Übung der philosophischen Lebenskunst, eine Übung des Geistes, eine Asketik, die in Briefen, Mails, Tagebüchern und in kleinen Texten zur Selbstverständigung vollzogen wird, auch in schriftlichen Arbeiten an Schulen und Hochschulen, die in erster Linie dazu da sind, diese Arbeit an sich selbst zu leisten, auch wenn das nicht immer so vermittelt wird.
  • Es handelt sich um eine Arbeit, die mit Ängsten, Unsicherheiten und Selbstzweifeln verbunden ist, mit einiger Verzweiflung über die tägliche Mühsal der Detailarbeit, die nicht sichtbaren Fortschritte, die wachsenden statt schwindenden Unklarheiten, die Desorientierung und das Misslingen - und ebenso mit einiger Euphorie über den sichtbaren Fortschritt, die endlich erreichte Klarheit, die Orientierung, das Gelingen, keineswegs erst im Ganzen, sonder schon in jedem Detail.
  • Schreiben, das ist die meditative Ruhe und der Schrei der Verzweiflung, der Kampf um jede einzelne Formulierung, jedes Wort, jeden Begriff, um zu prüfen und zu spüren, ob das 'so stehen bleiben kann'.
  • Wie befreit ist demgegenüber das Aufatmen, wie beglückend die Hochstimmung im gegenteiligen Fall: 'O wie schön, wie die Worte fließen' - ein Glück, das so überwältigend sein kann, dass es den Einsatz jeder Mühe lohnt.
  • In jedem Fall ist dies eine Erfahrung fürs Leben: am 'toten Punkt' anzukommen, zutiefst entzweit mit sich und der Welt, und immer wieder darüber hinwegzukommen, zutiefst einverstanden mit aller Welt und sich selbst.
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Writing is an exercise in philosophical art of living.
Writing means meditative calm and scream of despair.
Writing is depression and euphoria together.
Writing gives wings to learn and grow.
Writing is all about working on oneself.

Dienstag, 24. März 2015

Es ist nicht egal, was du tust!


Foto SF
Wie viel Einfluss haben wir als Einzelne? Müssen wir ohnmächtig zusehen, wie sich unsere Umwelt verändert, weil wir eh nichts dagegen tun können? Ist es unfair, von dir zu erwarten, etwas zu tun, wenn andere es nicht tun? Melissa Lane lehrt an der Princeton University Politikwissenschaften. In ihrem Artikel über die Philosophie der Nachhaltigkeit macht sie deutlich, dass es keineswegs egal ist, was wir tun:
"Wenn ich entscheide, dass es für mich selbst wichtig ist, direkt oder durch meinen Einfluss Treibhausgase zu reduzieren, dann habe ich zumindest einen intrinsischen Grund, das zu tun – egal, was die anderen tun. Deswegen sind