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Montag, 11. Dezember 2017

Politsatire im deutschen Fernsehen – ein Ventil für Emotionen


© SF
In Deutschland können politische Satiresendungen wie die ZDF heute-show als Ventil für Emotionen dienen und staatstragende Bildungsbürger davor bewahren, die Bundesrepublik aus Frust und Verachtung über die Unfähigkeit ihrer Volksrepräsentanten kurz und klein zu schlagen. Doch was genau steckt hinter der Begeisterung für politische Satireformate und was bedeutet das für unsere Demokratie?

Montag, 18. August 2014

Wie man das Weltgeschehen auf eine Wurst reduzieren kann

Nehmen wir einen ganz gewöhnlichen Wochentag, zum Beispiel den Montag, 11.08.2014 und vergleichen die Titelseiten der verschiedenen Zeitungen.

Die WAZ titelt: Regierung will Autohalter stärker in die Pflicht nehmen.
Aufmacher der RP: Freies Internet auch am Stammtisch.
Der KStA schaut Richtung Türkei: Klarer Erfolg für Erdogan.
Die SZ setzt den gleichen Schwerpunkt: Erdogan wird Präsident der Türkei.
Die FAZ wählt die headline: Tausenden Yesiden gelingt die Flucht vor islamischen Terroristen.
Die Welt schreibt: Deutschland soll mehr für Verfolgte im Irak tun.
Die Taz beschäftigt sich mit: Obamas Krieg.

(...)
Und die Bild denkt hierüber nach: Currywurst - Schock im TV! (!!!)
Du bist schockiert? 

Dienstag, 8. Juli 2014

Aufmerksamkeitszentrierung

Eine nachträgliche Erklärung zum gestrigen Blogeintrag "Hungern versus Fressen".
"Nachrichtenwerte sichern die Aufmerksamkeit des Publikums [...]: sie sind Mittel zur Erreichung des übergeordneten Ziels der Aufmerksamkeitszentrierung und des Erhalts von Einschaltquoten und Auflagenhöhen." (Gerhards 1994: 91)* Diese Nachrichtenwerte wie Neuigkeit, Konflikte oder Veränderung von Quantitäten treiben mich als Zeitungsleserin also dazu, nach dem Artikel über Welthunger auch den über Fress-Wettbewerbe zu lesen. 
Veränderung von Quantitäten. Vorgestern war es noch eine Hungerskatastrophe, gestern eine zu 100% angekündigte Hungerskatastrophe. Und was ist es heute? So weit kommt es nicht, der Zeitungsleser ist da bereits hyperventiliert.
"Da die Rezeptionsmotivation des Publikums nicht per se gegeben ist, muß die Aufmerksamkeit für die von einem Medium verbreiteten Informationen vor allem unter Konkurrenzbedingungen erst erzeugt werden. Dies geschieht durch Anreize, die Auffälligkeiten sichern und beim Publikum Aufmerksamkeit auslösen." (Gerhards 1994: 91)*
Das Mediensystem hat also für sich die Aufgabe gefunden, ein krasses und übersteigertes Bild unserer Realität zu zeichnen. Statt uns aber schockiert unterm Bett zu verstecken oder vor den bösen Nachrichten aus der Tagesschau davonzurennen, sollten wir lieber sachlich und kühl überlegen, wie wir Lösungen für die Probleme dieser Welt finden. Die Medien bauschen auf, erfunden haben sie den Hunger jedoch nicht.
Was denkst du?

Foto: www.pixabay.com

* Gerhards, Jürgen (1994): Politische Öffentlichkeit. Ein system- und akteurstheoretischer Bestimmungsversuch. In: Neidhardt, Friedhelm (Hg.) Sonderheft der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Öffentlichkeit und soziale Bewegungen. S. 77-105.