Mittwoch, 4. Februar 2015

Praktikum ist Ehrensache

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Voraussetzung für ein Praktikum bei XY ist ein laufendes Studium. Dauer des Praktikums sollte idealerweise 3 Monate betragen. Im Falle eines Pflichtpraktikums ist auch eine längere Praktikumsdauer möglich. Wir erwarten.......................................... (...). 
Erfahrungen.................................... (...).
Das Praktikum kann leider nicht vergütet werden.



 
 


Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland der Mindestlohn von 8,50 Euro. Der Mindestlohn gilt. Nicht geschenkt. Sondern verdient. Gilt der auch für Praktikanten? Ja, aber... 
Nicht bei Pflichtpraktika. Nicht bei freiwilligen Praktika über 3 Monate, wenn sie studienbegleitend sind. Ach, wie passend, steht ja alles in den Stellenbeschreibungen. Also, dass der Mindestlohn nicht gilt.

"Der Mindestlohn ist Wertschätzung für viele Arbeitnehmerinnen und -nehmer", so jedenfalls Andrea Nahles. Na, wie auch immer, Hauptsache Praktikum. Wie sagt man so schön? Geld macht nicht glücklich. Nicht rum jammern, ein bisschen mehr Leidenschaft für die Sache! Und Dankbarkeit zeigen, schließlich muss der Student oder die Studentin qualifiziert sein, um Berufserfahrung sammeln zu dürfen. Da wird nicht jeder oder jede genommen! Praktikum ist Ehrensache.
;)

Fragen & Antworten zum Mindestlohn hier.

Freitag, 16. Januar 2015

Trennen ohne Tonne

Mülltrennung ja aber... Das enorm magazin amüsiert sich verständlicherweise über ein Gesetz, das ab dem 1. Januar 2015 die vollständige Mülltrennung vorsieht. Leider haben viele Haushalte keine Bio-Tonne! Ein Recht darauf gibt es nicht. Das Gesetz, der zahnlose Papiertiger. http://enorm-magazin.de/gezerre-um-den-biomuell

Mittwoch, 7. Januar 2015

Neues Hobby: Montags Tauziehen auf der Straße


Die Pegida-Bewegung* will ihre Gegner ermüden, indem sie jeden Montag auf die Straße geht. Sie demonstriert fleißig gegen eine angebliche Überfremdung und Islamisierung des Abendlandes (was das A-Wort eigentlich ist, könnte man an anderer Stelle mal klären).

Die Strategie des Zermürbens ist nicht dumm, denn schon hört man bei den Pegida-Gegnern genervtes Gejammer "Oh nee, nicht schon wieder!", "Ich war doch schon jeden Montag auf der Straße...", "zu kalt", "Ich will mal wieder zum Sport!", "Ich muss ein Essay abgegeben", "Ich wollte doch zum Empfang, da gibt es Häppchen...". Alles verständlich. 

Aber leider, leider richtet sich Pegida nicht nach dem vollen Terminkalender der viel beschäftigten Ehrgeizigen. Am Ende interessieren wie beim Fußball** nur die Zahlen: 7.500: 300 in Köln, oder 4.000: 18.000 in Dresden.

Freitag, 26. Dezember 2014

Heimkehr & Stadtrandlichter

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Kühlschrank leeren, Sachen zusammen suchen, Geschenke einpacken und dann schnell los. Jedes Jahr vor Heiligabend haben viele im Alter zwischen 18 und 35 nur noch eins im Kopf: Zurück in die Heimat. Coming Home for Christmas! Aber was ist Heimat? Wie fühlt sich Heimkehr an? Für den Sänger Clueso bleibt Heimkehr "ein woher und ein wohin".
Irgendwie glaube ich das auch. Heimat kann da sein, wo ich geboren bin, wo ich zur Schule gegangen bin, wo meine Eltern wohnen. Es ist schön, an Weihnachten "heimzukehren". Alte Freunde treffen, bekannte Wege gehen, alles wiedererkennen... Oder wie Clueso sagt: "Stadtrandlichter, du atmest auf, alles noch so vertraut. Stadtrandlichter, tauchen auf und bringen dich nach Haus."  Dabei wird es warm ums Herz, man lächelt und fühlt sich geborgen. Tief durchatmen. Hach, tut das gut!

Aber das Heimatgefühl kann sich ändern. Es entsteht ein neues. An einem neuen Ort. Das Fremde wird vertraut. Neue Stadt, neue Leute, schöne und traurige Momente, andere Cafés, andere Straßenecken, ein anderes Straßenbahnunternehmen, über das man gemeinsam herziehen kann und ein neues Lied, mit dem man sich zu Hause fühlt. Der Lebensmittelpunkt ändert sich mit den Jahren. Er läuft immer hinterher, es ist unmöglich zu sagen: Warte da drüben auf mich, bald komme ich zurück.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Weihnachten, was war das noch?

Zu Besuch auf dem Sofa am vierten Advent: Anne, Lehramtsstudentin der Theologie.
Nicht nur Rolf Zuckowski beschäftigt sich in seinem Lied mit der Frage, was Weihnachten eigentlich ist. In unserer heutigen Zeit ist Weihnachten das Fest, zu dem der Umsatz noch einmal gehörig steigen soll und es auch brav tut. Jede Woche werden die Prozentsätze verglichen und das Entscheidende scheint zu sein, dass es schon wieder mehr Einnahmen sind als im Vorjahr.

Für mich kommt dabei keine Weihnachtsstimmung auf, denn dieses Fest hat nichts mit Konsum, Hektik und Stress zu tun, auch wenn genau das in der Adventszeit vorzuherrschen scheint. Naht die Adventszeit, so beginnt das Treiben in den Städten und mit der Eröffnung des Weihnachtsmarkts scheint auch Weihnachten fast da zu sein. Spätestens beim fünften Anrempeln wird mir aber klar: DAS bringt mir Weihnachten nicht näher.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Adventserwachen

Ich welchen Augenblicken, in welchen Momenten, in welchen Sekunden hast du eine Gänsehaut und denkst, jetzt weiß ich, warum wir Weihnachten feiern? Adventsstimmung lässt sich nicht kaufen, nicht herbeidekorieren, nicht backen, nicht mit Glühwein schlucken. Sie kommt dann, wenn sie mag und wenn wir überhaupt nicht damit rechnen. Es ist jedes Jahr aufs Neue wie ein Erwachen.
Bei mit kam diese Stimmung heute mitten in einem langweiligen Kaufhaus, in einer kleinen Stadt, die nicht bekannt ist für Atmosphäre, Schönheit und Glanz. In diesem Kaufhaus wurde ein Weihnachtsgottesdienst abgehalten: Mitten im Flur versammelten sich Menschen, sangen gemeinsam, wünschten sich Frieden und hielten einfach mal inne, während hinter ihnen das hektische Treiben weiter ging. An derselben Stelle, wo ich eine Woche früher einsame alte Menschen verwirrt ins Leere starren sah, begegneten mir heute nur glänzende Augen. Die Veranstalter setzten mit ihrer ungewöhnlichen Aktion ein Zeichen gegen das Weihnachten des Konsums und für ein Weihnachten des Miteinanders.
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Montag, 17. November 2014

IS - wo ist die NSA, wenn man sie mal braucht

Der Weltspiegel extra bezeichnet den IS (und wer es immer noch nicht weiß: IS = Islamischer Staat) als eine Bürokratie des Terrors. Unbeobachtet habe er eine ausgeklügelte Verwaltung errichtet. Unbeobachtet - ein Fremdwort für diejenigen, die sich mit der Datensammelsucht der amerikanischen NSA auch nur ansatzweise auseinandergesetzt haben. 

Genau wie die Journalisten von der ARD hat die NSA den Terrorismusforscher Peter Neumann nicht vorgewarnt: "Wenn Sie vor ein oder zwei Jahren mir gesagt hätten, dass heute im November/Dezember 2014 ein Staat existiert, der von Aleppo im Westen Syriens bis in die Vororte Bagdads reicht, tausende Kilometer, der sechs Millionen Menschen regiert und der sich Islamischer Staat nennt und im Prinzip eine extremistische Organisation ist, und der ein Kalifat ausgerufen hat, dann hätte ich Sie wahrscheinlich für verrückt erklärt." 
Und wo ist die NSA, wenn man sie mal wirklich braucht? Anstatt das Erstarken des IS zu beobachten und zu verhindern, hat sich diese National Security Agency mit Wirtschaftsspionage, dem Ausspähen von Diplomaten und der Überwachng der Bevölkerung ganzer (und dazu befreundeter) Länder die Zeit vertrieben. 

Auch wenn die NSA und ihre Anhänger aus dem Lager der Sicherheitsfanatiker auf die Bedrohung durch den IS reflexartig mit noch mehr Überwachung reagieren möchten (geht das technisch überhaupt?!); für den Rest der Welt steht fest: Das anlasslose Sammeln von Daten und die Aushöhlung des Rechtstaats bewirken ein Weniger an Freiheit, aber nicht ein Mehr an Sicherheit.
Vielleicht sollten wir anfangen zu verstehen, was zu Terrorismus führt und was dieser auslöst. Nur so können wirksame Gegenstrategien entwickelt werden.
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