Donnerstag, 4. September 2014

Ruhmsucht

Soziale Anerkennung ist die wahre Droge des 21. Jahrhunderts. Große Worte? Vielleicht... aber süchtig macht Anerkennung ganz bestimmt. Vielleicht ist „Ruhmsucht“, die Thomas Hobbes damals der negativen, vom Egoismus geprägten menschlichen Natur zuschrieb, tatsächlich ein Teil des Menschen. Aber warum? Manchmal stelle ich mir dem Wettkampf mit den Mitmenschen als eine Art Urinstinkt vor, der tief im Menschen vergraben ist. Dieser Instinkt wird verschlüsselt in den Genen von einer Generation zur nächsten weitergegeben und überlebt auf diese Weise die moderne Entwicklung der Menschheit. So kommt es auch, dass das Leben noch heute, im Jahre 2014, von Konkurrenzkampf geprägt ist, so als würden wir uns alle noch in Hobbes Naturzustand befinden und müssten einen Krieg gegen jeden Einzelnen führen. Wie nervig und altmodisch das doch ist!
Das mit den Genen ist natürlich Quatsch - Ruhmsucht muss nicht sein. Ein Entzug ist möglich: Mit viel Übung, Geduld und bewusster Selbstreflexion gibt es ein Entkommen. Auch ohne Ruhm und Ehre ist der Mensch etwas wert.

Mittwoch, 3. September 2014

Hamsterrad der sozialen Anerkennung

Da, wo für neue Generationen vieles wegfällt, wie der feste Glaube an eine Religion, die Orientierung an übergeordneten Werten oder die Herausforderung einen Krieg zu überleben, beschäftigen sich Menschen stärker mit sich selbst. Es dominiert der jede Beziehung beherrschende Wunsch, akzeptiert und sogar bewundert zu werden. Der Drang nach sozialer Anerkennung ist der Grund für jedes Streben nach Geld, Reichtum und Karriere. Grundsätzlich ist das nicht verwerflich. Aber macht es auch glücklich??

Montag, 18. August 2014

Wie man das Weltgeschehen auf eine Wurst reduzieren kann

Nehmen wir einen ganz gewöhnlichen Wochentag, zum Beispiel den Montag, 11.08.2014 und vergleichen die Titelseiten der verschiedenen Zeitungen.

Die WAZ titelt: Regierung will Autohalter stärker in die Pflicht nehmen.
Aufmacher der RP: Freies Internet auch am Stammtisch.
Der KStA schaut Richtung Türkei: Klarer Erfolg für Erdogan.
Die SZ setzt den gleichen Schwerpunkt: Erdogan wird Präsident der Türkei.
Die FAZ wählt die headline: Tausenden Yesiden gelingt die Flucht vor islamischen Terroristen.
Die Welt schreibt: Deutschland soll mehr für Verfolgte im Irak tun.
Die Taz beschäftigt sich mit: Obamas Krieg.

(...)
Und die Bild denkt hierüber nach: Currywurst - Schock im TV! (!!!)
Du bist schockiert? 

Sonntag, 10. August 2014

Ich bin dann mal weg, ABER…

Körperhülle im Sonnenstuhl


WhatsApp, Facebook und Twitter machen‘s möglich: Wir sind pausenlos erreichbar. Auch der Urlaub ist keine Pause. Wer sagt heute schon „Ich bin dann mal weg“ ohne ein „aber…“ hinterherzuschieben?
Ich bin dann mal weg, aber ich habe mein Handy dabei, falls etwas ist!  …, aber du kannst meinen Status bei Facebook verfolgen! …, aber es gibt dort WLAN, ich kann also meine Mails checken und schaue mir den Bericht dann mal kurz an! Postkarten aus dem Urlaub zu verschicken ist eigentlich überflüssig. Wenn die Karte bei meiner Freundin auf dem Küchentisch liegt, weiß sie doch schon, dass ich heute 15 km wandern war. Ich erinnere mich noch an das unglaubliche Gefühl, wenn es hieß: „Sommerferien, 6 Wochen lang keine Schule!“ Damals, als Ferien noch Ferien waren.