Donnerstag, 1. März 2018

Auch die Grippe hat was Gutes

Den einzigen Vorteil, den Grippe-Erkrankte haben ist, dass sie wirklich krank sind und damit ihre Ruhe haben. Kein halbes krank, wie bei einer  lästigen Erkältung, sondern ein ganzes krank. Der Grippe-Infizierte schafft es mit letzter Kraft gerade so vom Bett ins Bad, in die Küche und wieder ins Bett. Hier stellt sich nicht die bohrende Frage: "Ach, soll ich nicht doch zur Arbeit gehen...? Soo schlecht geht es mir doch nicht...?" Grippe-Erkrankte müssen mit niemandem mehr diskutieren, weder mit sich selbst, noch mit anderen. Alles ist schön eindeutig, sie sind halt krank! Ganz krank. Auch fühlen sie sich nicht hin- und hergerissen zwischen all den schönen Freizeitaktivitäten, die sie verpassen und ihrem Bedürfnis nach Ruhe. Sie haben nur noch ein Bedürfnis nach Ruhe. Der Rest interessiert sie einfach nicht! Grippe-Patienten sind außerdem sehr genügsam.
Sie sind schon glücklich, wenn sie mal  wieder eine Weile gut Luft bekommen.
Während die Welt draußen tüftelt, erfindet, macht und tut, ist der Grippe-Erkrankte drinnen mit anderen Dingen beschäftigt: mit Kamille-Tee, Taschentüchern und Schlafen. Das Schlafen erstreckt sich tatsächlich eher über den Tag, da die Grippe nachts besonders heftig wütet.
Was den Verbrauch von Taschentüchern angeht: mit dem roden sie bestimmt ganze Regenwälder. Aber auch hier müssen die Grippe-Erkrankten kein schlechtes Gewissen haben, denn sie sind halt wirklich krank. Sie haben Pause vom Umweltschützer sein. Anderseits essen und konsumieren sie kaum, was wiederum vorteilhaft ist für die Ressourcen der Erde. Selbst die Grippe ist also nicht nur schlecht. Froh darüber, dass die Grippe nach fünf, sieben oder zehn Tagen dann vorbei ist, sind die Erkrankten aber trotzdem.

Foto © SF

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